Nam Nam - So schmeckt München
Der Szenentipp
Überblick Verlags GmbH | Juni 2008

2007 wurde das Nam Nam von diversen Pressevertretern lauthals als der Aufsteiger schlechthin in Münchens Gastro-Szene gefeiert. Kein Wunder, das Restaurant präsentiert sich rausgeputzt und bis ins letzte Detail durchgestylt. Lauschige rote Ledersitzbänke und lange Tafeln aus poliertem Holz dominieren den hinteren Teil des großzügigen Restaurants. Kronleuchter, Seerosen an den Wänden, ein Tuc-Tuc in bestem Zustand, große Fenster für den Blick hinaus zur geschäftigen Amalienstraße - ja da hat man in der Tat einiges richtig gemacht und hebt sich vom Durchschnitts-Asia-Restaurant auf Angenehmste ab.
"Eat
fine - Live fine" - dieses Motto
haben sich die Betreiber auf die
Fahnen geschrieben. Den zweiten
Teil erfüllen sie mit der Gestaltung
des Nam Nam in jedem
Fall. Den ersten nahmen wir bei
einem solchen Überflieger etwas
genauer in Augenschein: Und da
fällt als allererstes auf, dass man
im Nam Nam ausnehmend nett
bedient wird. Vom Begrüßungstee
über die unaufdringlichen
Stippvisiten der Kellnerin immer
wieder zwischendurch bis hin
zur Erfüllung diverser Sonderwünsche.
Im Nam Nam gibt es
natürlich eine nach Produkten
der Saison definierte Wochenkarte
- aus der Standardkarte
wählt man, indem man dort die
nach verschiedenen Preisklassen
farblich unterschiedenen Gerichte
einfach ankreuzt. Doch auf
Nachfrage zeigen sich Service
und Küchenchef äußerst flexibel.
Sehr dankbar werden darüber
Gäste sein, die es mit der scharfen
Thai-Küche nicht so haben.
Denn hier wird zwar nicht gewürzt
wie in Thailand selbst,
aber die Schärfe geht doch ein
wenig über das hinaus, was der
Durchschnittseuropäer ansonsten
gerne hierzulande aufgetischt
bekommt. Gut so. Die Thom Ka
Gai kann ganz in diesem Sinne
überzeugen (3,90 Euro). Die
Hühnerbrust in Kokosmilch mit
grünem Curry und Bambussprossen
war sogar richtig "hot"
(6,90 Euro). Das kann man leider
von der knusprigen HongkongEnte
nicht behaupten (13,90 Euro).
Die Hoisin-Sauce dominierte
zu stark, etwas weniger davon
hätte gut getan. Außerdem mag
der Hinweis "Mit Knochen"
zwar hilfreich sein in der Entscheidungsfindung,
aber etwas
mehr hätte der Küchenchef den
Vogel schon auslösen können.
Das Gung Pad Prig (Garnelen
aus dem Wok für 8,90 Euro) dagegen
schmeckte wiederum sehr
delikat. Die Chilischärfe überdeckt
nicht den Eigengeschmack
des Meerestieres und der knackigen
Frühlingszwiebeln. Die
Nachspeisen - Zitronengras Panna
Cotta und Schokoladen-ChiliBrownies
runden das Dinner gekonnt
ab (je 3,90 Euro).
Schade
nur, dass man trotz aller Bemühungen
des Service immer das
Gefühl hat, ein wenig gehetzt zu
werden, auf dass der nächste
Gast hier speisen kann. Deutlich
mehr Ruhe hat man da zum Beispiel
am Sonntagmittag. Denn
der Brunch mit einem opulenten
Thai/-Asia-Buffett ist bei weitem
nicht so gefragt wie die Abendküche.
Da kann man dann auch
mal in aller Ruhe Zeitung lesen
und genüsslich tafeln. So wie es
die Thais eigentlich auch halten.
towi
www.nam-nam.eu
Maxvorstadt, Amalienstr. 25,
Fon 28 75 58 75
mo-so 10-1 Uhr
AE/MASTER/VISA/Electronic Cash
SOOOSTASIEN RANG 9
~AtVG Amalienstr. - Bus 100